Die Christuskirche in Rom


„Erst Wittenberg, dann Jerusalem und Rom!", so lautete ein beliebter Ruf des evangelischen Deutschland vor über 100 Jahren. Nach dem Lutherjahr 1883 sollten Brennpunkte der Kirchengeschichte auch markante evangelische Kirchenbauten besitzen.

Franz Schwechten, der Lieblingsarchitekt Kaiser Wilhelms II., entwarf im vornehmen neuen Stadtteil „Ludovisi" um die Via Veneto eine repräsentative Kirche, deren rotgedeckte Turmspitze auch vom Vatikan aus zu sehen ist. 1911 wurde mit dem Bau begonnen, nach dem Krieg wurde sie 1922 endlich eingeweiht.

Der wilhelminische Prachtbau fügt sich erstaunlich gut in das römische Umfeld ein. Dafür sorgen römische Baumaterialien und Dekoration, Travertin und Mosaik. Die Aussage der Bilder bleibt im Kern aber protestantisch.

Darüber hinaus sorgte das evangelische Deutschland für die Einrichtung: Die Gustav-Adolf-Frauenvereine der Lutherstädte stifteten Taufbecken (Mansfeld), Altar (Erfurt), Kanzel (Magdeburg) und vieles mehr.

Die klarste Verbindung schufen die Wittenberger: Das Glockengeläut der Wittenberger Schlosskirche, Geburtsstätte der Lutherischen Reformation, wurde ein zweites Mal gegossen, damit die Reformation auch ständig in Rom vernehmbar sei.


Literatur: Jürgen Krüger: Evangelisch-lutherische Christuskirche Rom; Regensburg 1999 (Kleiner Kunstführer) gibt knapp, aber facettenreich über Geschichte und Kunst Auskunft (mit zahlreichen Literaturhinweisen); ders.: Evangelische Christuskirche, Aufsatz; erscheint im September 2007.


Der Text und die Fotos auf der rechten Seite stammen von

Prof. Dr. Jürgen Krüger, Karlsruhe.

Die Christuskirche in Rom

Außenansicht der Kirche mit

ihrem Glockenturm

(hinten links).

Ein Eindruck vom Innenraum: Apsismosaik und Triumphbogen der Christuskirche

Außenansicht: Drei Figuren über dem Eingangsportal (Petrus, Christus, Paulus, v.l.n.r.)

Ev.-luth. Gemeinde Rom

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