Die Instandsetzung des Geläutes der Christuskirche


Bis etwa 1860 wurden ausschließlich hölzerne Konstruktionen für Glockentragwerke (Glockenstühle, Unterkonstruktionen, Glockenjoche) eingebaut. Im Zuge der industriellen Revolution im Zusammenhang mit der Neigung zu immer größeren Glockengeläuten wurde der Konstruktionswerkstoff Stahl in die Glockentürme eingeführt. Er hat sich durch entscheidende Nachteile, wie Korrosion, Ermüdung, geringe innere Dämpfung - Lasten und insbesondere Schläge werden nahezu ungemindert in das betreffende Bauwerk übertragen - und ungünstige musikalische Beeinflussung des Geläutes, nicht bewährt. Seit etwa 1980 wird darum nahezu ausschließlich Holz für Glockenstühle eingesetzt.


Für die dringend gebotene Erneuerung des Glockentragwerkes der Christuskirche unter Nutzung der umfangreichen sächsischen Erfahrungen wird der Abbruch des Stahlstuhles und der Einbau eines neuen Glockenstuhles aus Eichenholz vorgeschlagen (s. Abbildung rechts). Rein zimmermannsmäßig gefertigte Holzkonstruktionen sind glockenmusikalisch hochwertig und gleichzeitig langlebig.  Das ist die kostengünstigste und denkmalgerechte Gesamtlösung für das Glockengeläut Christuskirche.


Zur Vorbereitung von Instandsetzungsmaßnahmen sind am Glockenturm (s. Abbildung links) schwingungstechnische Untersuchungen notwendig. Nach deren Auswertung folgen der Abbruch des stählernen Glockenstuhles sowie Entwurf, Fertigung und Montage eines denkmalgerechten Glocken-Tragwerkes für 3 Glocken aus qualitätsgerechtem Eichenholz.


Die Lieferung und Montage von  Glockenjochen aus Eichenholz, von Glockenklöppeln und von Glockenantrieben ergänzen das Vorhaben.


Die an der Instandsetzung Beteiligten werden sich bemühen, dass möglichst bald die lutherischen Glocken Roms ihr verordnetes Schweigen aufgeben,

wieder zur Ehre Gottes läuten und die Menschen freundlich zu Gottesdienst, Andacht und Gebet mit ihren dann wohlklingenden Stimmen einladen können..


Dr. Rainer Thümmel

Sachverständiger für Geläute und Turmuhren


Auch die Fotos auf dieser Seite stammen von Herrn Dr. Thümmel.

Das Sanierungskonzept

Beispiellösung. Tragwerksplanung Prof. Dipl.-Ing. O. Kempe, Dresden

Der Glockenturm

der Christuskirche.

Ev.-luth. Gemeinde Rom

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